Der Mythos lebt: Die Sonnenallee als Bühne, Fundus und Rückzugsort zugleich. Theater Leben Tanz Lieben Literatur Weinen und grundsätzlich Lachen. Und über allem wacht eine Taube aus Nangijala

Mittwoch, 1. Oktober 2008
Die Beine einer Schauspielerin...
... sind ziemlich unansehnlich. Durchtrainiert zwar durch das Herumturnen und –rennen auf Probe und Bühne, aber die Knie aufgeschlagen und in einem changierenden rot-violett-schwarz. Die Haut gerötet vom täglichen hastigen Rasieren mit billigen Rasierern vor den Vorstellungen. Die Knöchel mit blauen Flecken bedeckt, die Zehen häufig blutig gerissen am Bühnenboden. Die Fußsohlen nicht samtweich, sondern hart von Hornhaut.
Überhaupt, die Bühne macht hässlich! Diese elenden zentimeterdicken Schichten von Make Up auf der Haut, die daraufhin reagiert wie bei einem dreizehnjährigen Teenager, der verhasste Lippenstift trocknet die Lippen, das grelle Scheinwerferlicht die Augen rettungslos aus, die staubige Luft lässt Kontaktlinsen porös und das Flechten und Zottelig-Zausen Haare brüchig und glanzlos werden.

Und doch – macht das Bühnenleben auch nicht schön, so gibt es dennoch nichts Schöneres als das Bühnenleben.


10. Dezember 2005

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