Mittwoch, 1. Oktober 2008
ekelhaft glücklich
rivella, 01:58h
Dieses allgegenwärtige Glücksgefühl, aufgrund dessen du fast ekelhaft fröhlich bist und den ganzen Tag mit einem permanenten Lächeln herumläufst. Du plötzlich Tiere siehst, wo sonst nur Straßen sind. Du nicht die eisige Kälte des Windes beachtest, sondern ein Blatt beobachtest, dass einer komplizierten Choreographie folgend Pirouetten über der Promenade dreht. Du lachst, weil der Wind dein Haar zerzaust und dich kitzelt, zwei Spaziergänger siehst, die sich gedankenverloren entgegengehen und erst ihre beiden Hunde, die sich schnuppernd begutachten, bringen sie dazu, den Blick zu heben, sich anzusehen. Sie lächeln, unterhalten sich. Minutenlang, und wenn sie irgendwann, sich herzlich verabschiedend, weitergehen, dann haben auch sie dieses glückliche Leuchten im Gesicht. Und du summst oder singst unbewusst. Die Stadt erscheint nicht mehr anonym, grau und voller verschlossener Gesichter und hetzender Menschen. Du lächelst der Welt ins Gesicht, und die Welt strahlt dir zurück. Sonnenstrahlen blitzen durch die Wolken, die sich zu Bären und Bäumen, Ufos und Ungeheuern, Händen und Häusern formen. Du denkst nicht darüber nach, was morgen, in einem Monat, im nächsten Jahr sein wird. Du machst nicht einmal ernsthafte Überlegungen, wie du IHN ansprechen könntest. Du genießt ganz einfach dieses Kribbeln im Bauch und gibst dich damit zufrieden.
Ende Januar 2004, einen Tag vor der Angstmän-Premiere
Ende Januar 2004, einen Tag vor der Angstmän-Premiere
