Mittwoch, 1. Oktober 2008
Theatrum
rivella, 01:33h
Teatrum... und eine ganze Welt schließt mir ihre Tore auf. Das Paradies, welches ich vielleicht mein ganzes Leben lang angestrebt habe und anstreben werde und dann doch niemals erreiche.
Ein Leben wie in den 20ern in Berlin... arm, etwas heruntergekommen, mit lockerer Moral, zu viel Alkohol und Tanz, aber glücklich. Tagsüber eine Arbeit, die nicht zufrieden, aber satt macht, und abends beginnen wir zu leben, unsere von außen unscheinbare Wohnung zündet ihr rotes, grünes, blaues und gelbes Licht, und diese Säle der Inspiration verraten endlich ihr geheimes Leben, die in ihnen schlummernde Energie. Die tagsüber nur erdrückende Bücherwand als Quelle von Träumen und Streiten, der leere eingestaubte Raum offenbart seine Schätze auf Leinwand und in Modellen, die Stühle werden von den Tischen gestellt, die Vorhänge beiseite geschoben und die Menschen strömen herein – sie wollen uns sehen, unsere Kneipe, sie sind neugierig, was heute aus einem schier unerschöpflichen Brunnen an sprudelnder, brodelnder Phantasie an die Oberfläche schießt: ein spontanes Jazzkonzert auf Gitarre, Saxophon und Querflöte, eine Ausstellung, ein kleines mehrsprachiges Poesiefestival, ein ergreifendes oder zum schreien komisches Schauspiel, eine Traumreise, ein nie getanzter Tanz oder einfach nur ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit, das diese abstoßend seltsamen doch anziehend sympathischen Gestalten verbreiten?
Wenn sie zusammen Länder erbauen, Mauern einreißen, lachend unter den Tischen liegen und kein verständliches Wort hervorbringen, wenn sie sich weinend im Arm liegen und das Leid der Welt in Aug und Stimme haben, dann drehen sich die Menschen ab und denken „die sind doch verrückt“ – und fragen sich zugleich, warum sie selbst es nicht auch sein können.
Ende September 2005
Ein Leben wie in den 20ern in Berlin... arm, etwas heruntergekommen, mit lockerer Moral, zu viel Alkohol und Tanz, aber glücklich. Tagsüber eine Arbeit, die nicht zufrieden, aber satt macht, und abends beginnen wir zu leben, unsere von außen unscheinbare Wohnung zündet ihr rotes, grünes, blaues und gelbes Licht, und diese Säle der Inspiration verraten endlich ihr geheimes Leben, die in ihnen schlummernde Energie. Die tagsüber nur erdrückende Bücherwand als Quelle von Träumen und Streiten, der leere eingestaubte Raum offenbart seine Schätze auf Leinwand und in Modellen, die Stühle werden von den Tischen gestellt, die Vorhänge beiseite geschoben und die Menschen strömen herein – sie wollen uns sehen, unsere Kneipe, sie sind neugierig, was heute aus einem schier unerschöpflichen Brunnen an sprudelnder, brodelnder Phantasie an die Oberfläche schießt: ein spontanes Jazzkonzert auf Gitarre, Saxophon und Querflöte, eine Ausstellung, ein kleines mehrsprachiges Poesiefestival, ein ergreifendes oder zum schreien komisches Schauspiel, eine Traumreise, ein nie getanzter Tanz oder einfach nur ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit, das diese abstoßend seltsamen doch anziehend sympathischen Gestalten verbreiten?
Wenn sie zusammen Länder erbauen, Mauern einreißen, lachend unter den Tischen liegen und kein verständliches Wort hervorbringen, wenn sie sich weinend im Arm liegen und das Leid der Welt in Aug und Stimme haben, dann drehen sich die Menschen ab und denken „die sind doch verrückt“ – und fragen sich zugleich, warum sie selbst es nicht auch sein können.
Ende September 2005
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